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Sein zweites Panel teilte sich Jeffrey Combs mit seinem Schauspielerkollegen Marc Alaimo, der in "Star Trek - Deep Space Nine" die Figur des ehemaligen cardassianischen Commanders der Raumstation - Gul Dukat - spielte. Dieses Panel hatte auch den Beinamen "Das Panel der Bad Guys". Viel Spaß bei unserem Bericht zu diesem Auftritt.
Zuerst kam Marc Alaimo auf die Bühne, nach ihm Jeff - mit heruntergelassenen Hosen. Am Vorabend hatten John Billingsley (Dr. Phlox in "Star Trek - Enterprise") und seine Frau Bonita Friedericy (General Diane Beckman in "Chuck") ihr schon jetzt legendäres Panel, bei dem nicht nur John selbst sondern auch der Moderator der FedCon Marc B. Lee seine Hosen herunter lassen musste. Jeff dachte sich also, dass man das heutzutage hier in Deutschland so macht, wenn man eine Bühne betritt. Nach einigen Momenten der "Freiheit von unten" und nachdem er ein paar Minuten auf allen Vieren auf der Bühne herumgekrochen war, zog er sich wieder an. Ein Lacher nach dem anderen war ihm natürlich sicher und der Saal tobte schon jetzt.
Nachdem wieder etwas Ruhe in die Mainbridge gekommen war, bestellten die beiden Schauspieler sich erst einmal einen Kaffee auf die Bühne. Auch sie hatten in der letzten Nacht viel zu wenig Schlaf bekommen.
Die erste Frage zielte auf die Anfänge der Karrieren der beiden Schauspieler. Ein Fan wollte wissen, welche Vorbilder die beiden früher hatten. Marcs Vorbilder waren James Dean, Marlon Brando und Richard Burton. Jeff hatte keine wirklichen Vorbilder am Beginn seiner Karriere. Er bewunderte jedoch als Kind das Fernsehen und das Kino und konnte nicht glauben, dass Schauspieler ein Beruf sein könnte.
Auf die Frage, wie es sich anfühlt, im Deutschen synchronisiert zu werden, gab Jeff zurück, dass er es merkwürdig findet. Marc hat seinen Gul Dukat schon auf Deutsch gehört und findet die Stimme und den Sprecher sehr gut - zwar nicht so gut wie das Original aber doch sehr gut.
Combs berichtete weiterhin, dass er sich in seinem Hotelzimmer "SpongeBob Schwammkopf" angesehen hat, und meinte, dass er es sehr irritierend fand.
Als nächstes wurde Jeffrey gefragt, ob er etwas von seinen Dreharbeiten bei "Star Trek" behalten hat. Er verriet, dass er eine Weyoun-Maske daheim hat und auch Weyoun-Kontaktlinsen hatte, aber die sind leider kaputt gegangen. Nach seiner Arbeit bei "Star Trek - Enterprise" hat er Commander Shrans Stiefel mitnehmen dürfen.
Jeffreys großer Horror-Film aus den 80er Jahren "Re-Animator" nach einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft wurde angesprochen. Er erinnerte sich, dass er damals bei dem Vorsprechen für die Rolle des Herbert West war und Lovecraft gar nicht kannte. Es dauerte erst etwas, bis er begriff, dass er einer der bedeutendsten Schriftsteller im Bereich der phantastischen und anspruchsvollen Horror-Literatur des letzten Jahrhunderts war.
Der Film an sich entstand in nur 18 Tagen Drehzeit und war so erfolgreich, dass er sogar zwei Fortsetzungen bekam. In beiden war Jeff ebenfalls zu sehen.
Ein anderer Fan wollte wissen, welchen Job sie heute machen würden, wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte. Marc Alaimo glaubt, dass er irgendetwas im Bereich der Architektur oder Kunst machen würde. Jeff Combs sagte, dass er in seiner Kindheit viel gezeichnet hat und als Teenager Schlagzeuger in einigen Schulbands war. Er glaubt, dass das alles Vorbereitungen auf seine Tätigkeit als Schauspieler waren.
Aber er kann die Frage, was er sonst machen würde, nicht beantworten. Er ist froh, dass die Schauspielerei funktioniert hat, weil er sich darüber nun keine Gedanken machen muss.
Die nächste Frage aus dem Publikum war, wann sie entschieden haben, dass die Schauspielerei IHR Beruf sein müsste. Jeffrey Combs meinte am Anfang, dass es eher in Vorgang als ein spezieller Moment der Erkenntnis war.
Alaimo witzelte, dass es anfangs eine egoistische Entscheidung für ihn war. Er fand die Mädchen auf der Bühne im Theater toll und deswegen schrieb er sich im Theaterunterricht ein. Weiterhin stellte er für sich klar, dass die Schauspielerei kein Beruf ist sondern eine Berufung.
Alaimo verriet, dass er in seiner Jugend ein ziemlicher Unruhestifter war, sich in der Schule oft prügelte und sich auf einem sehr düsteren Weg befand. In der Schule sollte seine Klasse sich in Mimik versuchen. Er stellte einen Mann dar, der gerade gehängt werden sollte. Dabei beobachtete er seine Klassenkameraden, die ihm zusahen. Er deutete an, dass er gehängt wurde, und lies sich hinfallen. Als er wieder aufstand, erkannte er, dass einige Mädchen Tränen in den Augen hatten und die Jungen ihn völlig verblüfft anstarrten.
Sein Lehrer fand seine Darstellung ausgezeichnet. Er sagte ihm, er solle sich beim Schauspielkurs der Schule anmelden, da er Talent hat, und das machte Marc dann auch. Durch dieses Erlebnis änderte sich alles für ihn und auch sein Leben kam wieder in geradlinigere Bahnen. So kam er zur Schauspielerei und ist immer noch froh darüber.
Jeffrey Combs meldete sich doch noch einmal zu Wort. Auch er hatte nach einigem intensiven Überlegen ein ähnliches Erlebnis: Der Schauspiellehrer an seiner Schule hatte in einem Stück eine Rolle übrig, die noch unbesetzt war, und er wollte, dass Jeff sie spielt. Doch der wollte sie nicht spielen und wollte eigentlich auch mit dem Theater nichts zu tun haben. Aber sein hartnäckiger Lehrer überredete ihn.
Als Jeff dann bei der ersten Vorführung seines Stückes bei seiner ersten Zeile, die er auf der Bühne sagte, einen riesigen Lacher aus dem Publikum bekam, wusste er, warum er hier war. In diesem Moment erkannte er, dass er Schauspieler werden wollte. Er sagte wörtlich: "Da ging ein Licht für mich an! Ich bin zu Hause!"
Schon war wieder eine Stunde vorüber und das Panel von Marc Alaimo und Jeffrey Combs leider vorbei. Viel zu kurz sind die Auftritte der Schauspieler immer, wenn man bedenkt, dass man sich manchmal ein ganzes Jahr darauf freut, sie zu sehen.
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